Der richtige Schnitt

Was ist „regionaler“ und nachhaltiger als leckeres Obst aus dem eigenen Garten zu holen? Damit Sie damit erfolgreich sind, ist es hilfreich einige Dinge zu beachten und zu machen. So ist es genauso wichtig wie das Pflanzen der Bäume, diese richtig zu pflegen und den richtigen Baumschnitt durchzuführen.


In den ersten Jahren nach der Pflanzung sollte zunächst ein sog. Erziehungsschnitt erfolgen, der regelmäßig in jedem Jahr durchgeführt wird. Hierdurch wird die spätere Kronenform beeinflusst und das Wachstum gefördert. Falls der Schnitt in den ersten Jahren unterbleibt, tragen die Bäume oft schneller Früchte, haben jedoch einen kümmerigen Wuchs und altern vorzeitig. Wird jedoch geschnitten, führt das zu einem langfristig stabilen Kronengerüst und zur Entwicklung breiter, gut belichteter und durchlüfteter Baumkronen, die wiederum gut beerntet werden können.

In den Folgejahren wird lediglich ausgelichtet. Der Erhaltungsschnitt sichert die Ertragsfähigkeit des Baumes sowie dessen Gesundheit. So werden die Baumkronen „in Form“ gehalten, als auch ein Neuaustrieb und damit eine laufende Holzverjüngung bewirkt.

Wurden Obstbäume längere Zeit nicht geschnitten, neigen sie dazu vorzeitig zu altern und weisen kaum neue Triebe auf. Oft täuschen gute Fruchterträge in dieser Phase darüber hinweg, dass die Früchte auf Dauer immer kleiner werden und wirklich gute Früchte nur noch in den oberen Bereichen der Baumkrone zu finden sind. Außerdem nehmen Holz- und Blattkrankheiten häufig in zu dichten Baumkronen zu. Ist die Vergreisung noch nicht zu weit fortgeschritten ist, kann die Bildung von Neutrieben durch einen kräftigen Verjüngungsschnitt wieder angeregt werden.

Der Kursaufbau und die gezeigte Schnitttechnik orientieren sich an dem sogenannten Öschbergschnitt, einer eigens für nachhaltig genutzte Streuobstwiesen und Bäume in Privatgärten entwickelte Baumpflegeform. Mit dem Öschbergschnitt werden ästhetische, gesunde, standfeste und gleichmäßig tragende Obstbäume entwickelt. Angepasst an regionale Bodenverhältnisse und Klimabedingungen seien sie in der Lage, bei einem Mindestmaß an Pflege ihre Besitzer über Jahrzehnte zu erfreuen und von Nutzen zu sein.

Am Samstag, den 22.02.2020 zeigt Michael Runau, Landessprecher Niedersachsen des Pomologenvereins und zertifizierter Obstgehölzpfleger, von 10 Uhr bis 17 Uhr wie es geht. Im Praxisteil wird er von zwei erfahrenen Mitgliedern der BSW unterstützt, so dass die Teilnehmer das gerade Erlernte auch gleich anwenden kann.

Erfahren Sie alles über Kronenaufbau, Schnittführung, Werkzeug, Sicherheit beim Baumschnitt und den richtigen Zeitpunkt. Die Grundlagen werden erst theoretisch vermittelt und im Anschluss ausgiebig in der Praxis geübt. Mitzubringen sind wettergerechte Kleidung und wenn vorhanden Rosenscheren, Astscheren, Handsägen. Für einen Mittagsimbiss wird gesorgt. Es wird für den Kurs eine Teilnahmegebühr von 45,- € erhoben. Dank der Unterstützung von Heidesand konnte die Teilnahmegebühr gering gehalten werden. BSW-Mitglieder zahlen 40,- €. Anmeldungen sind erforderlich beim Umweltbildungszentrum Wümme (Burgstraße 2b in Rotenburg), Telefon 04261/6305674, E-Mail a.schulenberg@ubz-wuemme.de.

Im März wird es als Weiterführung wieder einen Veredelungskurs geben. Näheres hierzu finden Sie schon jetzt unter www.ubz-wuemme.de

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